Sonntag, 27. August 2017
Saarbrücken / Von der Heydt
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Geschichte

250 Jahre Steinkohlebergbau an der Saar an einem Tag erleben

Bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts erreichten viele Bergleute ihre Arbeitsstätte nur zu Fuß. Weite Strecken mussten dabei auf Bergmannspfaden zurückgelegt werden. Die Bergleute marschierten Tag für Tag und Jahr um Jahr auf den „schwarzen Wegen“ zur weit entfernten Grube. Sie wurden vom Volksmund „Hartfüßler“ genannt, was ein Ehrenname war und auch geblieben ist.
Der Hartfüssler Trail soll an diese Zeit erinnern und dieses kulturelle Erbe in die Zukunft tragen.

Die interessanten Strecken machen 250 Jahre Industriegeschichte hautnah erlebbar. Dazu erschließt der Hartfüssler Trail markante Orte, wie die alten Grubensiedlungen Von der Heydt, Camphausen und Brefeld. Er führt uns auf spannenden Single-Trails durch verwunschene Täler im Erholungsraum Saarkohlenwald (Urwald vor den Toren der Stadt) und vorbei an ehemaligen Absinkweihern und Bergbaufolgelandschaften zu den Fördertürmen und ehemaligen Produktionsstätten des Saarbergbaus. Eine besondere läuferische Herausforderung stellen die bizarren Halden dar, die in Püttlingen, Göttelborn, Camphausen, Brefeld und in Rußhütte zu erklimmen sind und die bei entsprechendem Wetter eine Aussicht bis weit über die Landesgrenzen hinaus präsentieren.

30.06.2012 – Eine große Industrie-Epoche geht zu Ende

Am 30. Juni 2012 wurde der Bergbau im Saarland  beendet. Damit geht eine  250-jährige Geschichte zu Ende, die das Land und die Menschen nachhaltig geprägt hat. Die Steinkohle  war Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs und gab Generationen von Menschen im Saarland und der Region Arbeit, Einkommen und Wohlstand.

Den Wandel gestalten

Nach der Beendigung des Bergbaus im Saarland kommt der Entwicklung von Folgenutzungskonzepten für Bergbauflächen eine vorrangige Bedeutung zu. Dabei sorgt unser Partner, die RAG Montan Immobilien GmbH  für die nachhaltige Flächenentwicklung und die ökologische Aufwertung ehemaliger Bergwerksflächen im Saarland und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel.

Geschichte des Saarbergbaus

7./6. Jahrhundert vor Chr.

Keltischer Bergbau auf Steinkohle an der Saar; Kännelkohle-Perle aus Flöz Tauentzien, Neunkirchen-Heinitz, Beleg für ältesten Abbau von Steinkohle in Deutschland

14./15. Jahrundert

1357 erste urkundliche Erwähnung der Steinkohle im Saarland
1429 erstes schriftliches Dokument der Kohlegewinnung

1751

Einziehung der Steinkohlengruben durch Fürst Wilhelm Heinrich zu Nassau-Saarbrücken;
Beginn der Bergmännischen Administration und systematischen Kohlegewinnung (1754)

1769

Einrichten einer Bruderbüchse für Bergleute (freie Arznei, Krankengeld,  Kur)  gilt als Vorläufer des Saarbrücker Knappschaftsvereins.

1793

Französische Revolutionstruppen besetzen die Besitzungen der Fürsten zu Nassau-Saarbrücken.
Die Bergwerke werden Regiebetriebe der République Française.

1807

Jean-Baptiste Duhamel wird von Napoleon I. zum Leiter der kaiserlichen Bergakademie im Warndtdorf Geislautern ernannt. Duhamel erarbeitet gemeinsam mit seinen Ingenieurgeodäten Beaunier und Calmelet bis zum Jahr 1810 den Saarkohlen-Atlas (auch als Duhamel-Atlas bezeichnet), das erste zusammenfassende  Wirtschaftskartenwerk der Saarregion – ein Meisterwerk der Markscheidekunst.

1814/1815

Gruben der Region werden von Preußen auf landesherrliche Rechnung übernommen;
Aufstieg der Kohlenwirtschaft zur Schlüsselindustrie im Saarland (Voraussetzung für Glas- und Eisenhüttenindustrie). Weiteres Vorantreiben Verkehrsinfrastruktur – insbesondere Bahntrassen und Wasserstraßen – und von Wohlfahrts- und Sozialeinrichtungen (Schlafhäuser, Saarbrücker Prämienhaus, Mietshäuser).

1919/1920

Versailler Friedensvertrag: Gründung der Mines Domaniales Françaises de la Sarre. Den Mines Domaniales wurde das vollständige und unbeschränkte Eigentum an den Saargruben für eine Dauer von 15 Jahren übertragen.

1935

Volksabstimmung und Rückkehr des Saargebietes ins Deutsche Reich; Saarbergbau avanciert zu den modernsten Gewinnungsbetrieben Europas.

1948/1949

Französische Régie des Mines de la Sarre übernimmt Güter und Rechte der Saargruben AG.

1957

Eingliederung des Saarlandes in die BRD, Saarbergwerke AG wird gegründet (74 % Anteile BRD/ 26 % Saarland). In der Folge Schaffung großer Verbundbergwerke und Modernisierung; über 50.000 Bergleute fördern 1960 rund 16 Millionen Tonnen Steinkohle.

1962

Am 7. Februar 1962 finden im Bergwerk Luisenthal 299 Bergleute bei einem Grubenunglück den Tod.

1982

Gesamtbelegschaft noch 26.000 Mitarbeiter

1988

Saarbergwerke AG verabschiedet  Drei-Standorte-Konzept, Förderung der Steinkohle seit Mitte 1980 auf dem Rückmarsch

1997

Die Saarbergwerke AG beschließt die Schließung des Bergwerks Göttelborn / Reden im Jahr 2000.   1998 übernimmt die RAG Aktiengesellschaft die Saarbergwerke AG. Die Bergbauaktivitäten werden in der Deutsche Steinkohle AG zusammengefasst (Bergwerke an Rhein, Ruhr, Saar und Ibbenbüren).

13.Mai 2012

1.RAG Hartfüßler Trail

30. Juni 2012

Letzte Kohlenförderung in Ensdorf.